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LehrjahreJosef Hoffmann hat mit seiner Schaffenskraft und vor
allem mit seiner Formensprache ästhetisches Empfinden und Verständnis
des ganzen Jahrhunderts wesentlich geprägt. Nach einem Praxisjahr als Baupraktikant in Würzburg begann
Hoffmann sein Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien im
Oktober 1892 bei Carl Freiherr von Hasenauer, der damals dank seiner Ringstraßenbauten
auf der Höhe seines Ruhmes war. Kurz darauf übernahm Otto
Wagner (1841-1918) die Leitung der Klasse des verstorbenen Hasenauer
und sein Lieblingsschüler Hoffmann betonte stets, wieviel er Otto Wagner
als Lehrer zu danken habe und daß seine große Bewunderung für ihn nie
nachließ. SecessionNach Hoffmanns Mitgliedschaft im Künstlerhaus,
aus dem er mit mehreren Gleichgesinnten, darunter Gustav
Klimt und Kolo Moser, demonstrativ ausgetreten
war, erfolgte 1897 die Gründung einer Vereinigung bildender Künstler,
der SECESSION. Das Stammhaus der neuen Vereinigung, erbaut von Josef
Maria Olbrich, und einzig und alleine für Ausstellungszwecke konzipiert,
bot dem jungen Hoffmann als Gestalter von Ausstellungen ideale Gelegenheit,
sich einem kunstsinnigen, fortschrittlich eingestellten und finanziell
gut situierten Kreis von potentiellen Auftraggebern vorzustellen. Beginnend mit der 14. Ausstellung der Secession (1902) jedoch, machte sich die fast radikale Eigenständigkeit der Wiener bemerkbar. Das SupraportenreliefDas Supraportenrelief aus dem gleichen Jahr, ein Gipsschnitt von Josef Hoffmann beim Abgang zum rechten Seitensaal der Secession, markiert die Abspaltung zur Eigenständigkeit der Wiener Künstler besonders eindrucksvoll.Wenn man bedenkt, daß der Begriff "Kubismus" erst etwa 1907 als von Picasso entwickeltes Darstellungsverfahren in die Kunstgeschichte Eingang gefunden hat, kann man die Bedeutung von Josef Hoffmanns 1902 gesetzten Schritt in die Abstraktion ermessen. Josef Hoffmanns eigene Erklärung für seine Verwendung von Kreisen und Quadraten war, dass diese Formen vorher niemals in der darstellenden und angewandten Kunst Verwendung fanden. von Hoffmann 1902 für die 14. Secessionsausstellung geschaffen, nahm formale Lösungen vorweg, die erst mehr als ein Jahrzehnt später im Neo-Plastizismus und Konstruktivismus Gemeingut wurden.
Hohe WarteIn dieser sehr wichtigen Entwicklungsphase wurde Hoffmann
beauftragt, eine Villenkolonie auf der Hohen Warte in Wien zu errichten.
Den Bauherren jener Villen von der Secession
her in Freundschaft verbunden, bot sich ihm hier die Gelegenheit, Häuser
zu realisieren, die gemeinsamen Idealvorstellungen entsprachen; es galt,
eine Einheit von Haus und Einrichtung zu erreichen oder, mit Hoffmanns
eigenen Worten,".. ein Haus, dessen Äußeres auch schon sein Inneres verraten
müsse". Wiener WerkstaetteÜberall entstanden nun Werkstätten, die sich zur Aufgabe
machten, mit den ewigen Stilnachahmungen des Historismus Schluß zu machen
und zu versuchen ihrer Zeit entsprechend neue Formen zu finden. Mit dem
Vermögen des jungen Industriellen und Kunstfreundes Fritz Wärndorfer und
dem Enthusiasmus Josef Hoffmanns und Kolo Mosers
wurde im Mai 1903 die Wiener Werkstaette gegründet. Eine Produktivgenossenschaft
von Kunsthandwerkern, die auf das Leben Hoffmanns wie auch auf das Wiener
Kunstleben eine tiefgreifende Wirkung haben sollte. BugholzAnläßlich der Pariser Weltausstellung 1900 beschloß J&J Kohn, den Wiener Architekten und Schüler Josef Hoffmanns, Gustav Siegel, in ihr Entwurfbüro aufzunehmen. Mit Siegels Ausstellungsraum gewann die J&J Kohn den Grand Prix der Pariser Weltausstellung. Dieser Erfolg veranlaßte auch die Gebrüder Thonet, vermehrt mit Architekten zu arbeiten. Zu den bekanntesten Designern der Firmen Kohn und Thonet zählen: Josef Hoffmann, Otto Wagner, Adolf Loos, Koloman Moser, Gustav Siegel und Otto Prutscher. Sanatorium PurkersdorfBeim Sanatorium Purkersdorf (1904) bediente sich Hoffmann
des modernsten bautechnologischen Hilfsmittels, das zur Verfügung stand,
indem er das Gebäude in Stahlbeton plante. Entwurfszeichnungen beweisen,
daß er gewillt war, die Möglichkeiten dieser neuen Bauweise radikaler
auszunützen, als es kann in der tatsächlichen Ausführung möglich war,
hätte doch das Erdgeschoß ein weitgehend durchlaufendes Fensterband erhalten
sollen. Palais StocletDas Palais Stoclet in Brüssel kann als der Höhepunkt des
Schaffens von Josef Hoffmann gesehen werden. Bei einem Wienbesuch waren
die Auftraggeber äußerst beeindruckt von den Villen Hoffmanns auf der
Hohen Warte. So kam es zu dem Entschluß, ein eigenes Palais von Josef
Hoffmann erbauen zu lassen. Nicht nur Materialien und Verarbeitungstechnik
waren aufwendiger geworden, es ist ab 1905 ein neuerlicher Richtungswechsel
in der gestalterischen Tätigkeit Hoffmans zu erkennen, die man als Hinwendung
zum Klassizismus bezeichnen kann. Die Entwürfe von Leuchten respektive Lampen des Josef Hoffmann werden von WOKA LAMPS VIENNA als Lizenznehmer der Josef Hoffmann Stiftung in Wien in Handarbeit hergestellt.
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© Copyright Wolfgang Karolinsky - Tue, 7. Oct 2008