
Das Hauptwerk der kubisch-geometrischen Phase des Wiener Jugendstils ist ein Bau, der in Klarheit der Disposition, Folgerichtigkeit der formalen Durcharbeitung und vor allem in der äußersten Einfachheit seiner kubischen Formen für 1904 bahnbrechend war.
Es war der erste große Auftrag für Josef Hoffmann und die Wiener Werkstätte und kam durch die Bekanntschaft des Künstlers mit Berta Zuckerkandl zustande.
Die berühmte Journalistin kommentierte die zeitgeschichtlichen Strömungen um die Wiener Secession leidenschaftlich und empfahl Josef Hoffmann als Architekten.
Der Bauherr für des Sanatorium Purkersdorf war ihr Schwager Victor Zuckerkandl (Generaldirektor der schlesischen Eisenwerke Gleiwitz).
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Er erwarb das Gelände als "Wasserheilanstalt samt Kurpark".
Schon im 19.Jahrhundert sprudelte eine Heilquelle, die sogenannte Lauraquelle, auf dem Gelände und es gab bereits unter dem Dr. Löw ein Sanatorium.
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Beim Sanatorium Purkersdorf bediente sich Josef Hoffmann des modernsten bautechnologischen Hilfsmittels, das zur Verfügung stand, indem er das Gebäude in Stahlbeton plante.
Entwurfszeichnungen beweisen, daß er gewillt war, die Möglichkeiten dieser neuen Bauweise radikaler auszunutzen, als es dann in der tatsächlichen Ausführung möglich war, hätte doch das Erdgeschoß ein weitgehend durchlaufendes Fensterband erhalten sollen.
Dekorative Bereicherung tritt am Bauwerk nur zurückhaltend auf. Das gilt für die Außenerscheinung mit ihren blau-weissen Bordüren und der sparsamen, aber wirkungsvollen Verwendung figuraler Skulptur.
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Wie im Äußeren, so überzeugen auch im Inneren Klarheit, Einfachheit und Großzügigkeit von Konzeption und Durchführung.
Doch nicht nur architektur- und kunstgeschichtlich erfüllt das Sanatorium von Hoffmann alle Bedingungen eines Weltkulturerbes, auch gesellschaftspolitisch von allerhöchster Bedeutung, ist im und um das Gebäude der Geist des beginnenden 20.Jahrhunderts heute noch erahnbar.
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Das Klientel des Sanatoriums setzte sich durchwegs aus den elegantesten Wiener Gesellschaftsschichten zusammen, die sich dort Badekuren und physikalischen Therapien unterzogen.

Aber es war auch bis zur Weltwirtschaftskrise 1929 ein Treffpunkt der internationalen Hautevolée. Geldadel und Intelligenz der Zeit gaben sich die Klinke in die Hand. Mahler, Hoffmannsthal, Schönberg und Schnitzler waren hier ebenso zu Gast wie Maharadschas und Dollarmillionäre.
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Der Bau wurde 1926 gegen Hoffmanns Willen von Leopold Bauer aufgestockt.
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Nach dem Tod Zuckerkandls 1927 übernahmen drei Nichten und ein Neffe das Haus. Den Betrieb führte ab 1930 der Schwiegersohn eines Bruders von Victor Zuckerkandl, Paul Stiassny, weiter, war dabei aber kaufmännisch mäßig erfolgreich. Erst relativ kurz vor dem Anschluss Österreichs an Deutschland im März 1938 versuchte eine Schwiegertochter eines anderen Zuckerkandl-Bruders, Trude Zuckerkandl, den maroden Betrieb zu sanieren. Der finanziellen Gesundung kam der Einmarsch der deutschen Truppen zuvor. Einige Tage nach dem Anschluss wurde das Sanatorium von den neuen Machthabern unter kommissarische Verwaltung gestellt.
Gegen Ende des Krieges dienten die Gebäude als Lazarett und wurden 1945 von der russischen Besatzung requiriert. Am 12.9.1947 wird im Grundbuch von Purkersdorf die Bestellung eines öffentlichen Verwalters für das Sanatorium angemerkt, am 18.2. 1948 wird das Rückstellungsverfahren eingeleitet, Fritz Zuckerkandl, Müller-Hofmann und Georg Jorisch erhielten das Sanatorium zu je einem Drittel zurück.
Danach versuchten die überlebenden Eigentümer für ihre Familie zu retten, was noch zu retten war. Viel war nicht geblieben. Der Sohn von Fritz, Emile, bekam wenige Bilder aus der umfangreichen Kunstsammlung seiner Familie, darunter einen Klimt, den er später für wenig Geld an den Sammler Rudolf Leopold verkaufte.
1952 von der evangelischen Kirche erworben und als Krankenhaus für Innere Medizin umgebaut, wurde das Kurhaus später zum Altersheim. Die Pavillons im südöstlichen Teil des Grundstückes mussten wegen Baufälligkeit abgerissen werden. 1975 wurde der Betrieb eingestellt, das Gebäude samt Park war in der Folge ungenutzt.
Nach vielen Jahren des dahinbröckelns erfolgt im Mai 2003 die Wiedereröffnung als Seniorenresidenz.
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Als von der Josef Hoffmann Stiftung autorisierter Hersteller von Leuchten respektive Lampen nach Entwürfen von Josef Hoffmann reproduzierte WOKA LAMPS VIENNA in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Bundesdenkmalamt für die sensiblen Bereichen exakte Nachbildungen von Originalentwürfen der Beleuchtungskörper des Josef Hoffmann und der Wiener Werkstaette.
Im Programm von WOKA LAMPS VIENNA finden sich noch weitere Entwürfe von Leuchten und Lampen des Josef Hoffmann aus dem Sanatorium Purkersdorf.
Holzmodelle: Atelier Hnizdo. Fotos: Karolinsky-Archive
© Copyright Wolfgang Karolinsky - Tue, 7. Oct 2008